In den vergangen zwei Jahren habe ich unglaublich viele Schulen in Deutschland besucht und es schockiert mich zu sehen, wie viel junge Menschen mit Selbstzweifeln gefüllt sind. Es fehlt so vielen Kids an Selbstvertrauen, aufzustehen und ihre von Gott gegebene Stimme für etwas zu gebrauchen, an das sie selbst glauben. Schockierend! Aber um ehrlich zu sein, war ich in diesem Alter nicht wirklich anders. Interessanterweise sprang ich von meiner Unsicherheit zum anderen Extrem rüber – ich wurde ein arrogantes Arschloch.

Vor ein paar Wochen habe ich die schönste Frau der Welt geheiratet. Die Liebe meines Lebens. Mein Komplitze. Mein Engel auf Erden. Ok, ich denke ihr versteht – ich liebe sie. Auf unsere Hochzeit begann mein Trauzeuge seine Rede mit den Worten: „Als ich Sebastian vor 12 Jahren kennen lernte, dachte ich: „Oh mein Gott, was für ein arroganter Typ!“„. Er hatte so Recht. Echt schlimm.

Und tatsächlich weiß ich, dass diese arrogante Version von mir auch heute noch da ist. Die Leute um mich herum wissen, dass, wenn ich müde bin oder unter viel Druck stehe, kommt diese arrogante Arschloch-Seite in mir zum Vorschein. Aber im Laufe der Jahre, mit viel Mentoring, Coaching, konsequentem Training und einem großen Anteil von Gnade, hat sich meine Arroganz zu einem gesunden, mit Demut gebändigten, Selbstbewusstsein entwickelt. Was meine ich damit das?

Für mich kommt Arroganz von einem Ort in dem jede Veränderung oder anders klingende Meinung zu akzeptieren, unmöglich ist, denn – „Ich habe recht!“. Selbstbewusstsein hingegen ist eine Haltung, in der ich Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten habe, Stärke durch Offenheit und Anpassungsfähigkeit im Hinblick auf Veränderungen ausdrücke und unterschiedliche Meinungen zur selben Zeit existieren können. Ersteres unterdrückt das Wachstum, während letzteres zum Lernen einlädt.

Ich denke es ist unglaublich wichtig zu wissen, wann du dein Selbstbewusstsein einsetzen musst, vor allem dann, wenn Zweifler und Neinsager entschlossen sind, dich in die Enge zu treiben und dir ihre starren Weltanschauung aufzwingen möchten. Wir haben alle solche Menschen in unserem Leben. Die Tyrannen, die inkompetenten Lehrer, … sogar deine Eltern, die es vielleicht gut meinen, aber so rüber kommen als würden sie nicht an dich und/oder deine Träume glauben. In diesen Momenten ist dein Selbstbewusstsein der Schlüssel dazu, dass du für das, woran du glaubst, eintrittst. Gleichzeitig ist es ebenso wichtig zu wissen, wann man seine Demut einschalten sollte.

Ich habe so viel Zeit damit verbracht, über Selbstbewusstsein und Demut nachzudenken. Das Selbstbewusstsein, das es braucht, um dem zu folgen, was ich für richtig halte, und die Demut, die es braucht, um zuzugeben, wenn ich mich irre.

Es ist nicht einfach diese beiden Extreme zu balancieren, aber genau das tue ich. Und wenn ich das kann, kannst du das auch!

Während meiner Hochzeit stand mein jüngerer Bruder Raffael auf und hielt eine Rede. Es war nicht geplant und er hatte das zuvor auch noch nie getan. Obwohl er mit seinem Englisch sehr unsicher war, nahm er das Mikrofon und fing an, meiner Frau und mir und seinen anderen Geschwistern für all die Dinge zu danken, die wir für ihn tun. Uns allen standen die Tränen in den Augen. Ich sah meine Frau neben mir an, ihr Gesicht fasziniert von der Authentizität und Dankbarkeit, die wir alle von meinem jüngsten Bruder erleben durften.

Das ist das Ding mit Demut und Selbstvertrauen; ich denke, dass ich letztendlich wenig mit meinem Erfolg zu tun hatte. Es waren so viele andere Menschen und Faktoren beteiligt. Als meine Gäste mich während meiner Hochzeit lobten und mir auf die Schulter klopften dachte ich mir, dass es ein größerer Indikator dafür ist das ich unglaubliche Eltern hatte und eine erstaunliche Erziehung und Kindheit genießen durfte. Das ich aufwachsen durften in diesem großartigen Land, mit wundervollen Geschwistern und Großeltern und meinem Glauben an Jesus Christus.

Ich war ein Dorfkind mit schlechten Hauptschulabschluss, dem glücklicherweise beigebracht wurde, einen Scheiß darauf zu geben was andere Leute von mir denken, immer meinem eigenen Herzen und meinen eigenen Träumen zu folgen und immer Verantwortung für mein Handeln zu übernehmen – gut oder schlecht. Ich bin Verantwortlich. Es liegt alles an mir. Punkt.

Abgesehen davon, dass Jesus Wunder wirkt, denke ich, dass die DNA von allem, was ich über mich selbst und meine Fähigkeiten glaube, von meinen Eltern kommt, den Werten, die sie mir mitgegeben haben, und dem Fundament, das sie für mich gelegt haben.

Wenn ich also Erfolg habe, bin ich meinen Eltern dafür dankbar. Und wenn mein Handeln mal nicht so passt, übernehme ich die volle Verantwortung. Ich bin zu 100% für alles verantwortlich. Es liegt alles an mir. Punkt.

Wenn ich mit den Ergebnissen in meinem Leben unzufrieden bin, stelle ich mir immer diese eine Frage: Was habe ich getan, um zum Ergebnis beizutragen?

Aber eins kann ich nicht tun: Es meinem Land, meinen Eltern, meinen Lehrern, den Banken, der Wirtschaft, der Vergangenheit oder anderen Menschen in die Schuhe schieben und sie dafür beschuldigen, dass ich nicht da bin, wo ich gerne sein will.

Ich denke, die volle Verantwortung zu übernehmen, wenn ich Scheiße bau und den Lob weiterzugeben, wenn ich einen triumphalen Moment habe, ist der Grund dafür, das ich glücklich bin. Es geht nicht um mich. Das hat es nie und wird es auch nie. Es geht um so viel mehr. Es geht um die Zukunft, die ich für meine Kinder hinterlasse. Es geht darum das meine Kinder ein wunderbares Fundament haben, auf dem sie aufbauen können. Es geht darum das die nächste Generation ihre eigenen Träume leben kann und ihren eigenen Herzen folgen können.

Das ist genau das, was ich versuche zu tun. Und wenn ich das kann, kannst du das auch!

Nun, so ist es für mich. Deshalb habe ich das Gefühl, dass ich im Leben gewinne. Denn wenn ich zu 100% für alles verantwortlich bin, sei es für das Gewinnen oder Verlieren, und wenn ich das Lob an andere weitergebe und nie mit dem Finger auf jemand anderen zeige, wenn die Scheiße am dampfen ist, werde ich unschlagbar. Ich bin für alles in meinem Leben verantwortlich und aus diesem Grund bin ich niemals ein Opfer von Irgendetwas oder Irgendjemandem.

So viele Menschen neigen dazu, mit dem Finger auf Andere zu zeigen und ich verstehe auch warum. Es ist so einfach die Schuld auf sein Land, seine Eltern, das Schulsystem, seinen Chef, die Wirtschaft oder die Umstände in denen man lebt, zu schieben. Aber weist du was: Diese Dinge werden dann immer deine Ausrede dafür sein, nicht das Leben zu haben, was du eigentlich willst.

Raffst du’s immer noch nicht? Keiner ist Schuld außer du selbst. Anderen die Schuld zu geben, wird nie etwas ändern.

Wenn du deine Welt verändern willst, dann übernimm Verantwortung. Sei dankbar und wertschätzend für deine Familie und Freunde. Sei dankbar für die Tatsache, dass du am Leben bist. Sei dankbar für das Geschenk des Lebens und frage dich selbst, wie du zu den Ergebnissen in deinem Leben, zu deinen Umständen beiträgst.

Sei die Veränderung, die du in der Welt sehen willst. Sei selbstbewusst. Sei demütig. Übernehme Verantwortung.

Das ist meine Meinung.

Das ist was ich glaube.

Ich bin neugierig! Sag mir, was du denkst?

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