Wir alle brauchen einander. Menschliches Leben ist von Grund auf abhängig. Auch im Zeitalter des Corona-Virus (COVID-19) hängt unsere Gesundheit weiterhin von guten, unterstützenden zwischenmenschlichen Beziehungen ab. 

Was eine gute Beziehung im Einzelfall dann ist, da haben wir ganz unterschiedliche Vorstellungen. In den Beziehungen zu meinen Coaching-Klienten erlebe ich immer wieder, dass die Frage: „Wer kann Sie dabei noch unterstützen?“ elementar zur Zielerreichung beiträgt. 

Nehmen wir Fußball als Beispiel: Ein Spieler kann das Spiel nicht alleine gewinnen. Er braucht ein Team, mit dem er gemeinsam spielt, einen Coach, der von außen viel mehr sieht und ihn unterstützt und eine gute Abwehr, die dann aktiv wird, wenn der Gegner doch mal durchkommt. Und das wird er – bei jedem von uns. 

Und wenn er das dann tut, ist die Frage, ob deine Abwehr steht. Die Forschung darüber, was das Gesundheitsverhalten nachhaltig macht, weist vor allem auf zwei Faktoren hin: ein verändertes Selbstverständnis (Kopfkino) und die Unterstützung durch die Gemeinschaft (Umfeld).

Es ist auch eine bekannte Tatsache, dass Menschen, die sozial stärker isoliert sind, deutlich höhere Raten an chronischen Krankheiten haben.

Nun haben wir eine ganz neue Herausforderung: Mehr und mehr Quarantänemaßnahmen schränken unsere Freiheit ein. Die Frage ist: Wie können wir mehr Abstand halten und gleichzeitig miteinander verbunden bleiben?

Ja, folge den Richtlinien für Quarantäne und soziale Distanzierung, aber isoliere dich nicht! Wir können uns immer noch mit Ellenbogenschlägen und mit Schuhsolen-High-Five begrüßen. 

Wir können miteinander telefonieren und in Kontakt bleiben. Was noch besser ist, sind Plattformen wie Zoom, Skype oder Houseparty, wo wir uns face-to-face unterhalten können. Auch das iPhone-eigene FaceTime, Facebooks Messenger und WhatsApp geben uns die Möglichkeit für Videoanrufe. Alles kostenfrei!

Wir können weiterhin aus der Ferne mit unseren Liebsten Gemeinschaft haben. Das fühlt sich am Anfang vielleicht komisch an, aber das ist völlig normal. Alle Dinge sind am Anfang komisch, sogar die schönen 😉

Ich persönlich hätte mir nie vorstellen können, eine Fernbeziehung zu führen, Englisch zu lernen oder in einer interkulturellen Beziehung glücklich zu sein. All das hat sich komplett geändert! Heute lebe ich mit meiner Frau schon fast zwei Jahre eine glückliche Ehe, obwohl wir uns immer wieder mehrere Wochen nicht sehen. Im Moment sind wir durch die Quarantänemaßnahmen unserer Heimatländer auf unbestimmte Zeit weit voneinander entfernt.

Als wir erfuhren, dass ich von Deutschland aus nicht mehr nach Singapur einreisen darf, war unsere Stimmung betrübt. Nach zwei Tagen Traurigkeit und Ärger sagte meine Frau: 

„Es macht keinen Sinn, dass wir uns an Dingen aufhängen, über die wir keine Kontrolle haben. Lass uns lieber auf das fokussieren, was in unserer Hand liegt.“ 

Richte deine Aufmerksamkeit und Kraft auf das, worauf du Einfluss hast: Die Beziehungen zu den Menschen in deinem Umfeld!

Gerade hier braucht es besonders viel Aufmerksamkeit. Wir alle erleben die unterschiedlichsten emotionalen Schwankungen. Nicht nur gesellschaftlich oder in den Medien, sondern auch ganz persönlich bei den Menschen in unserem direkten Umfeld. Von totaler Panik bis hin zu Ignoranz. Angst vor einer Zukunft, die ungewiss ist. Frustration darüber, dass unsere Freiheit eingeschränkt wurde. Wut darüber, dass mit der Situation nicht besser umgegangen wird. 

Wir erleben in diesen Emotionen eine enorm hohe Anspannung, die es uns schwierig macht, klar zu denken und weise zu handeln. 

Ein einfacher Weg, diese Anspannung zu senken, sind gute Unterhaltungen. Hört den Menschen in eurem Umfeld zu. Habt Gespräche, in denen man ausdrücken darf, was einen beschäftigt. Seid neugierig und stellt gute Fragen wie: 

Was fühlst du? Was beschäftigt dich denn wirklich? Wie ist deine Stimmung? Wie geht es deiner Familie mit dieser Situation? Wie fühlst du dich mit all den Veränderungen und Einschränkungen, die wir gerade erleben? Wo kommen denn diese Gefühle her? Worüber bist du gerade traurig? Was wünschst du dir von mir? etc.

Nutzt diese Situation, um Zuhören, Einfühlungsvermögen, Mitgefühl und vor allem Verständnis und Geduld zu üben.

Hört einander auch dann zu, wenn nichts gesagt wird. Begegnet einander mit Offenheit, denn wenn Menschen über ihre Ängste sprechen, nimmt die Intensität dieser Ängste fast immer ab. Und wenn wir weniger Angst haben, treffen wir in den meisten Fällen bessere Entscheidungen. Corona-Virus hin oder her, aus dieser Zeit werden die Familien, Ehepaare, Unternehmen und Freundschaften als Sieger hervorgehen, die es schaffen, klar zu denken und einzigartige Lösungen zu finden, um gesund, verbunden und glücklich zu bleiben.

Wenn du selbst einen Coach oder Berater suchst, der dich unterstützt, melde dich einfach.

Erzähl mir was du denkst und lass mal einen Kommentar da.


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